Der Verband
der heute internationalen Naturfreundebewegung wurde 1895
in Wien ins Leben gerufen
und übersprang 1905 erstmals die Grenze zu Deutschland.
Einige Jahre später ...
In einer Zeit,
als die Arbeiter noch für das gleiche Wahlrecht für
Frauen und für Bürger
untereinander, um bezahlten Urlaub und den 8-Stunden-Tag
kämpften. In einer
Zeit, in der sich die gleichen Menschen auch fest vorgenommen hatten,
nie mehr
Krieg miteinander zu führen, wurde im Jahre 1911 auch in
Frankenthal eine
Ortsgruppe des Touristenvereins „Die NaturFreunde“
gegründet.
Auch hier gab es Menschen in meist ärmlichen
Wohnverhältnissen, die neben ihrer Arbeitsstätte, an
die sie sechs Tage die Woche von morgens früh bis abends
spät gebunden waren, wenigstens ab und zu bei einer
Wanderung die
Schönheiten des Pfälzerwaldes kennenlernen wollten.
Nun ist dieser Verein, den die Faschisten 1933 versuchten zu
beseitigen, der aber 1946 bereits wieder erstand, schon
100 Jahre alt.
Es waren überwiegend Jahre der Freude und Zufriedenheit.
Zufrieden, als man 1920 in Hertlingshausen ein altes Bauernhaus kaufen
konnte und begeistert, als man es 1924 nach gemeinsamer Arbeit mit den
Ortsgruppen Neustadt, Haßloch, Speyer und Oggersheim
als „
Pfälzer
Naturfreundehaus Rahnenhof“ einweihen konnte -
der Zeit entsprechend stellt es sich heute als modernes
Familienferienheim, Bildungsstätte und
Wanderstützpunkt mitten im Wald dar. Große Freude
und Zufriedenheit auch, als 1968 nach großem Einsatz und viel
Eigenleistung das Frankenthaler Vereins- und
Jugendheim
bezogen wurde.
Bereits in den 20er Jahren bildete sich ein Mandolinenorchester, das
bis heute viele Menschen mit schöner Musik unterhalten kann.
Gerade hier waren und sind auch junge Menschen mit Begeisterung
engagiert.
Neben der Kinder- und Jugendarbeit entstanden Untergruppen für
Fotografie, sportliche Betätigungen, Natur- und Heimatkunde,
Markierung von Wanderwegen sowie besondere Vereinigungen für
Frauen und für Senioren.
Zu den ca. 600 Mitgliedern der Ortsgruppe zählen neben den
Arbeitern mittlerweile auch viele andere Berufs- und
Gesellschaftsgruppen. Die Ideale aus der Gründerzeit stehen
aber immer noch im Mittelpunkt der Arbeit. Abgrenzungen gegen Menschen
anderer Hautfarbe, Religion oder Nationalität sind den
NaturFreunden fremd. Die Erhaltung der natürlichen
Lebensgrundlagen sind wichtiger als jemals zuvor.